Bericht von der Senioren-EM in Savona, 08.10.2006
Thomas Berchten

Zur Vorbereitung auf die Senioren-EM an der Ligurischen Küste verbrachten wir mit Aeschlimann’s eine wunderschöne Herbstwoche auf einem Campingplatz in Cervo. Nachdem wir uns im Strassenverkehr an die beidseitigen Überholmanöver der Rollerfahrer (auch bei ausgezogener Sicherheitslinie) gewöhnten, dachten wir uns: „Liebe Italiener, mit 8 Rollen sind wir auch dabei!“ Was ich zuhause verabscheue, praktizierten wir infolge ungeeigneter Trainingsstrecken. Zwischen Morgen- und Mittagessen trainierten wir ab und zu auf der Hauptstrasse und reihten uns durch Städte wie Andora und  Alassio nahtlos in den Verkehr ein. Die „Gümmeler“ (Rennvelofahrer) freuten sich, die Fussgänger wunderten sich und wir genossen die Steigungen und vor allem Abfahrten der Küstenstrasse „Via Aurelia“.
Am Samstagmorgen meldeten wir uns in Albegna beim Rennbüro und das Abenteuer Senioren-EM konnte beginnen.
Eine liebenswürdige, eifrig improvisierende Equipe des OK konnte uns wie erhofft die Startnummern (auch für die Thunliners) aushändigen. Somit hatte also die Anmeldung geklappt. Nur die bereits bezahlten Erinnerungs-Shirts waren noch nicht vorhanden.
Da wir sowieso zuerst einmal die Strecke besichtigen und ein Auto beim Ziel in Savona deponieren wollten, kümmerte uns dies wenig.
Die Strecke erinnerte uns ein bisschen an den Engadiner mit einem Schuss Klausenpass, immer mit Sicht aufs Mittelmeer.
Zurück in Albegna waren beim Rennbüro die Shirts wider Erwarten eingetroffen und einen Champagner gab’s pro Athlet noch dazu.
Am Renntag trafen wir 3 uns eine Stunde vor Rennbeginn mit den 3 Thunliners auf dem Startgelände, das noch auf kein baldiges Rennen hindeutete. Innert Kürze zauberten die Italiener aber die verschiedenen Startblocks auf die Strasse und weiss gekleidete Schiedsrichter sowie ein Heer von Polizisten fanden sich ein. Nur unsere Gegner fehlten noch. 10 Minuten vor dem Start bog eine geführte, farbige Athletenkolonne um die Ecke und wir fanden uns wieder u.a. zwischen den Nationalmannschaften von Italien, Deutschland, Holland, Oesterreich in einheitlichen Dresses. (Lieber Rollsportverband: Gehören wir auch zur europäischen Inlineszene?)
Kurz nacheinander wurden die  verschiedenen Altersklassen auf die Strecke gelassen. Auf mehrheitlich perfektem Strassenbelag rollten wir in verschiedenen Gruppen in Richtung Savona. Wir staunten über die perfekte Streckensicherung bis kurz vor Schluss, dafür kämpften wir oft gegen starken Gegenwind. Unsere schnelleren Kollegen genossen die Bedingungen bis zuletzt. Wir Genussroller kämpften uns auf den letzten 7 km noch durch den Grosstadtverkehr und fanden den Zieleinlauf nicht richtig, da das Ziel und somit auch die Zeitmessung schon abgebaut war.
Schade, zu gerne hätte ich noch gewusst, ob ich den einen oder anderen Athleten hinter mir lassen konnte.
Dafür boten uns die Italiener eine würdige Siegerehrung mit vielen Ehrendamen, Präsidenten und Nationalhymnen. So ähnlich muss es an der Olympiade gewesen sein.
Dank Graber Pole (Thunliners) durfte ich noch einen Vizeeuropameister  (Kat. 60+) im Kofferraum an den Startort zurückführen.

Zurück in der Schweiz fand ich mich dann doch noch auf einer Rangliste. Dieses Glück hatten jedoch nicht alle Teilnehmer, obwohl die vom Veranstalter  gesetzte Zeitlimite eingehalten wurde.


last update: 12.10.2006