| Die meisten Engadin-Teilnehmer fahren mit dem Bus von Familie Grütter, andere kommen einzeln angereist, zusammen sind es aber doch recht viele Emmenskaters die nach Sankt Moritz gekommen sind. Das Frauen-Team schaut am Morgen des Renntages zusammen mit Luusli von ihrem Mini aus die Strecke an. Zwar muss ich Gabi und Nicole erst dazu überreden, doch später erweist es sich als sinnvoll. Angesichts der Stories über die steile Abfahrt wird Gabi immer blasser, als wir die ersten Kurven vom Start aus nach Silvaplana nehmen. Als wir allerdings die steilsten Stelle nach Sankt Moritz anschauen, macht sich grosse Entäuschung breit, sieht doch gerade dieser Abschnitt eher harmlos aus. Zum Mittagessen treffen wir uns alle in der Sonne: Carboloading. Auf dem Weg zu den Shuttlebussen und während der Wartezeit in Maloja beginnen die ersten Spekulationen hinsichtlich der zu erwartenen Fahrzeiten und Platzierungen. Jan plant in der Junioren-Frauenspitze mitzufahren, Fipu will die Stunde knacken. Kevin hat mehr Mühe, ist es doch sein erster Marathon und die erste volle Distanz in Sankt Moritz. Damit er sich besser orientieren kann, wetten wir mit ihm (hast noch einen gut bei mir, Kevä!). Das Frauen Fitness Team würde auch gern die Spitze aufmischen, wir beschränken uns aber auf die Überwachung der direkten Konkurrenz aus Zug. Der See, der am Morgen noch so spiegelglatt war, ist sehr rauh jetzt, die Surfer machen richtig Fahrt. Der Malojawind hat aufgefrischt und verspricht uns zu helfen, die erwünschten Zeiten auch einzuhalten. Nichtsdestotrotz sind meine Nerven wieder ordentlich angespannt, als Nicole beim Einfahren auch noch in einem Teer-Streifen kleben bleibt und ich sie bald überfahre, liegen sie gänzlich blank. Der Start verläuft nach Wunsch, ich schaue einfach auf Nicole und bleibe dran. Wie erwartet versucht uns die 'Elite' sofort abzuschütteln. So ganz leicht machen wir es ihnen nicht, aber dennoch verlieren wir sie irgendwann. Kein Grund zum ausruhen, Verfolgung nehmen wir auf. Gemeinsam holen wir zwei weitere Skaterinnen ein, die sich nicht in der Spitzengruppe halten konnten. Leider planen die aber auch keine Arbeit zu übernehmen und es bleibt alles an Gabi, Nicole, mir und Irene von Powerslide hängen. Wie erwartet wird es leicht unübersichtlich, als wir nach Sankt Moritz kommen, aber die Gruppe findet schnell wieder zueinander. Nicole wirft an der Abfahrt alle guten Vorsätze über den Haufen und geht fremd. Ich rufe noch, aber sie will den Platz hinter Gabi und mir nicht mehr. Der Anstieg nach Pontresina scheint abermals kein Ende zu nehmen, wieder sind die Emmenskaters die, die Führungsarbeit leisten. Ich verschwende noch Atem beim anfeuern von entgegen kommenden Kollegen. Obwohl ich ja dachte, ich müsste erst mal ne Weile am Strassenrand liegen, nachdem der Anstieg geschafft ist, erhole ich mich erfreulich schnell. Ich fange an zu rechnen, und überlege, ob die Zeit vom letzten Jahr zu knacken ist. Wieder in der Führung gebe ich Vollgas. Schon verschwinden die Schatten meiner Mitstreiter. Die werden mich doch nicht gehen lassen? Nicole und Powerslide-Irene kommen wieder nach vorn. Die Führungsarbeit hat doch Kraft gekostet, Irenes lange Beine sind zu schnell. Nicole bleibt dran, also bleiben Gabi und ich hinten und kämpfen gegen die Zeit und die Konkurrenz aus Zug. Die Arbeit lohnt sich: ich bleibe unter der Zeit vom letzten Jahr, fast eine Minute schneller. Bereits alle Männer sind im Ziel und scheinen ihre Ziele auch erreicht zu haben, die Stimmung ist bestens. Die Party haben wir uns alle verdient. Um 2:00 Uhr nachts ist es unter anderem deswegen vorbei, weil der Bar alle (wirklich alle!) Flüssigkeiten ausgegangen sind. |
last update: 02.07.2007