Sieben
EmmenskaterInnen beschlossen, dem Mythos „24h Rennen Le Mans“ auf den
Grund zu gehen und am dortigen Inlinerennen teilzunehmen. Und so fuhren
wir am Freitag 25.Juni 2010 mit unserem Mietbus in Richtung Frankreich.
Die lange Vorbereitungszeit (trainieren, organisieren, einkaufen,
packen, Einsatzpläne schreiben, sich informieren, besprechen, …)
hatte nun ein Ende.
Nach einer Fahrzeit von ca. 10 Stunden konnten wir unsere Zelte in Le
Mans aufstellen und den mitgebrachten Grill anwerfen. So stärkten
wir uns für die bevorstehenden Strapazen und legten uns dann bald
schlafen.
Am Samstag standen wir kurz vor 7:00 auf, denn wir hatten ein dicht
gedrängtes Programm vor uns: Startnummern abholen, Umgebung
auskundschaften, obligatorische Inlinetour als Warm-Up, Mittagessen
(natürlich Pasta, schliesslich hatten wir einen Gaskocher dabei),
Qualifikationssprint (wir belegten Rang 84 von 600 Startenden),
Einrichten der Wechselbox, Generalinformation und um 16:00 der Start.
Gestartet wurde hier auch mit dem klassischen „Le-Mans-Start“: In
Socken rannten die 600 Startenden nach dem Startschuss quer über
die Strasse, zogen ihre bereitgelegten Inlines an und verschwanden auf
die ca. 4,5 km lange Rundstrecke. Nach 2 Runden durfte zum ersten Mal
gewechselt werden.
Wir hatten 8m² Platz in einer Garage am Streckenrand zugeteilt
bekommen, in welcher sich immer 1-2 Leute unseres Teams aufhielten und
auf ihren Einsatz warteten. Alle 2 Runden führten wir
stafettenmässig einen Wechsel mit Stabübergabe durch. So war
immer jemand am Skaten, 2 warteten auf den nächsten Einsatz, und
der Rest des Teams erholte sich im 10 Min. entfernten Camping. Nach
jeweils 3 Stunden wurden die 3 im Einsatz stehenden Sportler
ausgewechselt, so konnte man regelmässig 3-6 Stunden Pause machen.
Am Anfang hatten wir mit den extremen Temperaturen zu kämpfen. Die
Sonne brannte erbarmungslos. Man sprach davon, dass der Strassenbelag
bis gegen 50 Grad heiss geworden sei. Mit dem Einsetzen der
Dämmerung sanken die Temperaturen endlich in angenehme Regionen.
Dafür kämpften wir mit der Müdigkeit! So konnte es
vorkommen, dass man nach einer knappen Stunde Schlaf tief in der Nacht
wieder zum Einsatz musste.
Die Rundstrecke war sehr abwechslungsreich: direkt nach der Wechselzone
galt es einen ruppigen Anstieg von ca. 500 m zu meistern. Nun folgte
eine kurze, steile Abfahrt, danach folgten mehrere, technisch
anspruchsvolle Kurven mit immer noch leichtem Gefälle. Auch ganz
leichte Gegensteigungen waren vorhanden. Die letzten 2 km verliefen
flach aber kurvig, bevor man wieder auf die Start- Zielgerade einbog.
Im Verlaufe des Morgens begannen die Temperaturen wieder deutlich
anzusteigen und der Kampf mit der Müdigkeit wurde immer
härter. Und der Abschluss um 16:00 war noch weit entfernt. Die
Motivation sank merklich, die Augenringe wurden immer dunkler.
Die Zwischenrangliste war aber erfreulich. Nach den ersten paar Runden
lagen wir noch auf Rang 154, während der Nacht hatten wir uns aber
unter die ersten 120 hervor gearbeitet.
Doch auch die zähen Morgenstunden gingen vorüber,
während den letzten 3 Stunden verschärften wir unseren
Rhythmus und wechselten nach jeder Runde. Nun wurde auch das gesamte
Team eingesetzt. So konnte man sich auf einer Runde auspowern und hatte
danach knappe 45 Min. Zeit bis zum nächsten Einsatz.
Während den letzten 10 Min. durfte dann nicht mehr gewechselt
werden. Unser Schlussläufer fuhr mit einer grossen Schweizerfahne
in der Hand kurz nach 16:00 unter grossem Applaus über die
Ziellinie. Wir waren alle überglücklich und todmüde.
Nun begann das grosse Aufräumen in der Wechselbox und dann im
Camping. Über 80% der Teams räumten ihre Campingutensilien
zusammen und reisten wieder heim. Wir hatten aber beschlossen, noch
eine Nacht zu bleiben und dann am Montag ausgeruht heimzureisen.
Das 24-Stunden-Inlinerennen von Le Mans war ein unvergessliches
Erlebnis. Trotz dem Sturz einer unserer Fahrerinnen (mit
Schürfungen) waren wir alle glücklich. Mit dem 103.
Gesamtrang (knappe 7 Sekunden vor dem 104. Team, und das nach 24
Stunden) sind wir total zufrieden. Besonders weil wir zum ersten Mal
dabei waren und viele Fragen offen standen. Und eins ist Gewiss: Das
war nicht das letzte Mal, dass die Emmenskaters in Le Mans waren!
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Camping

Erste Runde

Letzte Runde
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Le Mans Startsprint

Erster Wechsel

EmmenSkaters Team im Ziel
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