Bericht vom 24h Inline-Rennen Le Mans 26. & 27. Juni 2010
Martin Ruegge

Sieben EmmenskaterInnen beschlossen, dem Mythos „24h Rennen Le Mans“ auf den Grund zu gehen und am dortigen Inlinerennen teilzunehmen. Und so fuhren wir am Freitag 25.Juni 2010 mit unserem Mietbus in Richtung Frankreich. Die lange Vorbereitungszeit (trainieren, organisieren, einkaufen, packen, Einsatzpläne schreiben, sich informieren, besprechen, …) hatte nun ein Ende.
Nach einer Fahrzeit von ca. 10 Stunden konnten wir unsere Zelte in Le Mans aufstellen und den mitgebrachten Grill anwerfen. So stärkten wir uns für die bevorstehenden Strapazen und legten uns dann bald schlafen.
Am Samstag standen wir kurz vor 7:00 auf, denn wir hatten ein dicht gedrängtes Programm vor uns: Startnummern abholen, Umgebung auskundschaften, obligatorische Inlinetour als Warm-Up, Mittagessen (natürlich Pasta, schliesslich hatten wir einen Gaskocher dabei), Qualifikationssprint (wir belegten Rang 84 von 600 Startenden), Einrichten der Wechselbox, Generalinformation und um 16:00 der Start.
Gestartet wurde hier auch mit dem klassischen „Le-Mans-Start“: In Socken rannten die 600 Startenden nach dem Startschuss quer über die Strasse, zogen ihre bereitgelegten Inlines an und verschwanden auf die ca. 4,5 km lange Rundstrecke. Nach 2 Runden durfte zum ersten Mal gewechselt werden.
Wir hatten 8m² Platz in einer Garage am Streckenrand zugeteilt bekommen, in welcher sich immer 1-2 Leute unseres Teams aufhielten und auf ihren Einsatz warteten. Alle 2 Runden führten wir stafettenmässig einen Wechsel mit Stabübergabe durch. So war immer jemand am Skaten, 2 warteten auf den nächsten Einsatz, und der Rest des Teams erholte sich im 10 Min. entfernten Camping. Nach jeweils 3 Stunden wurden die 3 im Einsatz stehenden Sportler ausgewechselt, so konnte man regelmässig 3-6 Stunden Pause machen.
Am Anfang hatten wir mit den extremen Temperaturen zu kämpfen. Die Sonne brannte erbarmungslos. Man sprach davon, dass der Strassenbelag bis gegen 50 Grad heiss geworden sei. Mit dem Einsetzen der Dämmerung sanken die Temperaturen endlich in angenehme Regionen. Dafür kämpften wir mit der Müdigkeit! So konnte es vorkommen, dass man nach einer knappen Stunde Schlaf tief in der Nacht wieder zum Einsatz musste.
Die Rundstrecke war sehr abwechslungsreich: direkt nach der Wechselzone galt es einen ruppigen Anstieg von ca. 500 m zu meistern. Nun folgte eine kurze, steile Abfahrt, danach folgten mehrere, technisch anspruchsvolle Kurven mit immer noch leichtem Gefälle. Auch ganz leichte Gegensteigungen waren vorhanden. Die letzten 2 km verliefen flach aber kurvig, bevor man wieder auf die Start- Zielgerade einbog.
Im Verlaufe des Morgens begannen die Temperaturen wieder deutlich anzusteigen und der Kampf mit der Müdigkeit wurde immer härter. Und der Abschluss um 16:00 war noch weit entfernt. Die Motivation sank merklich, die Augenringe wurden immer dunkler.
Die Zwischenrangliste war aber erfreulich. Nach den ersten paar Runden lagen wir noch auf Rang 154, während der Nacht hatten wir uns aber unter die ersten 120 hervor gearbeitet.
Doch auch die zähen Morgenstunden gingen vorüber, während den letzten 3 Stunden verschärften wir unseren Rhythmus und wechselten nach jeder Runde. Nun wurde auch das gesamte Team eingesetzt. So konnte man sich auf einer Runde auspowern und hatte danach knappe 45 Min. Zeit bis zum nächsten Einsatz.
Während den letzten 10 Min. durfte dann nicht mehr gewechselt werden. Unser Schlussläufer fuhr mit einer grossen Schweizerfahne in der Hand kurz nach 16:00 unter grossem Applaus über die Ziellinie. Wir waren alle überglücklich und todmüde.
Nun begann das grosse Aufräumen in der Wechselbox und dann im Camping. Über 80% der Teams räumten ihre Campingutensilien zusammen und reisten wieder heim. Wir hatten aber beschlossen, noch eine Nacht zu bleiben und dann am Montag ausgeruht heimzureisen.

Das 24-Stunden-Inlinerennen von Le Mans war ein unvergessliches Erlebnis. Trotz dem Sturz einer unserer Fahrerinnen (mit Schürfungen) waren wir alle glücklich. Mit dem 103. Gesamtrang (knappe 7 Sekunden vor dem 104. Team, und das nach 24 Stunden) sind wir total zufrieden. Besonders weil wir zum ersten Mal dabei waren und viele Fragen offen standen. Und eins ist Gewiss: Das war nicht das letzte Mal, dass die Emmenskaters in Le Mans waren!

Camping
Camping


Erste Runde
Erste Runde


Letzte Runde
Letzte Runde
Le Mans Startsprint
Le Mans Startsprint


Erster Wechsel
Erster Wechsel


EmmenSkaters Team im Ziel
EmmenSkaters Team im Ziel


last update: 02.07.20010